Sonntag, 18. Mai 2014

Para-Neujahr

Rico, den liebenswerten, nach eigener Aussage "tiefbegabten" Jungen aus der Kinderbuch-Trilogie von Andreas Steinhöfel, kennen wir ja bereits aus dem Post "Sellawie". Heute erklärt uns Rico auf seine unnachahmliche Art einige Fremdwörter.
Rico schlägt nämlich alle Fremdwörter, die er nicht kennt im Lexikon nach um schlauer zu werden. Damit er sie "sich besser behalten kann" schreibt er auf, was er herausgefunden hat:

Silhouette:
Schattenriss oder Umriss. Wer denkt sich so einen Buchstabensalat bloß aus?
Genau: die Franzosen! Ich hab was gegen Franzosen, seit Jule mal gesagt hat, die wären gute Küsser. Außerdem essen sie Frösche, Schnecken und dergleichen womöglich direkt vor dem Küssen. Die haben sie doch nicht alle!

Apropos:
Ausnahmsweise ein sinnvolles Fremdwort, aber leicht mit Ach, Popo zu verwechseln, deshalb benutze ich es nie. Es bedeutet Ach übrigens, wo wir gerade schon dabei sind, möchte ich Sie noch auf Folgendes aufmerksam machen. Man müsste also viel weniger sprechen, wenn der Hintern nicht wäre.

Filou:
Ein nichtsnutziger Knallkopf. In der DDR gab es Knaller und Feuerwerkskörper, die ebenfalls Filou hießen. Die DDR war früher der Teil von Deutschland ohne Bananen. Zuletzt musste sie wegen Obstmangel leider aufgegeben werden, aber dann gab es plötzlich doch genug für alle, und seitdem ist ganz Deutschland eine Bananenrepublik.

Skepsis:
Wenn man geneigt ist, etwas zu glauben, aber die Neigung noch nicht ganz zum Umfallen reicht. Oder man neigt dazu, es lieber nicht zu glauben, kann sich dann aber kaum auf den Beinen halten. Es ist also ein wackeliger Zustand großer Unsicherheit, den man nur durch sorgfältige Erforschung abstellen kann. Vorher sollte man aber auf jeden Fall ein weiches Kissen auf den Boden legen.

Para-Neujahr:
Wenn man davon überzeugt ist, dass jemand hinter einem her ist, obwohl er sich in Wirklichkeit gar nicht für einen interessiert. Irina sagte, so ginge es ihr ständig mit irgendwelchen Typen. Ich verstehe bloß nicht, was das mit dem 1. Januar zu tun hat.

Außenseiter, Underdogs und die nicht ganz durchschnittlichen Menschen scheint Andreas Steinhöfel (*1962) besonders ins Herz geschlossen zu haben. Denn sie sind die Helden seiner Kinder- und Jugendbücher. Da gibt es zum Beispiel den schwulen Teenager Phil im Bestseller "Die Mitte der Welt" oder Rico, der etwas langsamer denkt als die anderen, in "Rico, Oskar und die Tieferschatten". Für dieses Buch wurde Steinhöfel u. a. der "Deutsche Jugendliteraturpreis" verliehen. Außerdem erhielt er 2009 den "Erich Kästner Preis für Literatur". Am Ende gewinnen sie also doch manchmal, die Seltsamen und Andersartigen. http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Steinh%C3%B6fel

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