Freitag, 24. Januar 2014

Meer

Wenn man ans Meer kommt
soll man zu schweigen beginnen
bei den letzten Grashalmen
soll man den Faden verlieren

und den Salzschaum
und das scharfe Zischen des Windes einatmen
und ausatmen
und wieder einatmen

Wenn man den Sand sägen hört
und das Schlurfen der kleinen Steine
in langen Wellen
soll man aufhören zu sollen
und nichts mehr wollen wollen nur Meer
Nur Meer

Erich Fried

Kommentare:

  1. Hallo meine Liebe, da hat der Erich wohl ein Gedicht für dich geschrieben :-)
    Und auch für meine Dänemarkseele
    Wusste gar nicht, dass du Erich Fried auch gerne liest, immerhin schon das zweite Gedicht im jungen Jahr. Liebste Grüße A.

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    1. Liebste Anemone, es ist nur noch ein Erich dabei! Mit einigen Tagen Abstand habe ich erkannt, dass hier dringend ein Bugfixing vorgenommen werden musste. Eigentlich hatte ich mit besorgten Anrufen meiner Freundinnen gerechnet, die sich nach meinem aktuellen Geisteszustand erkundigen würden;-) Ist aber nicht passiert..... Dir ein schönes WE!

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  2. Versteh ich nicht, was sollte an deinem Geisteszustand zweifeln lassen? Und in welche Richtung? Kann keinen negativen Klang in dem Gedicht finden und warte daher gespannt auf deine Interpretation. LG A.

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