Der Duden bezeichnet mit Innerlichkeit den Ausdruck des Innerlichen:
1. den geistig-seelischen Bereich (eines Menschen) betreffend, aus ihm erwachsend, in ihm vorhanden, verwurzelt, zu ihm gehörend; im Inneren
2. (gehoben) nach innen gewandt; ein tiefes Innenleben besitzend; nicht oberflächlich veranlagt; besinnlich, verinnerlicht, nachdenklich sein; (bildungssprachlich) kontemplativ
Mit Innerlichkeit bezeichnet man in der Philosophie alle dem Subjekt zukommenden Bewusstseinsvorgänge, Gedanken und Emotionen im Unterschied zu der außer ihm befindlichen Welt, der „Außenwelt“. Der Begriff taucht zuerst 1779 bei Klopstock auf und bezeichnet bei ihm eines von neun Elementen poetischer Darstellung. Ab 1787 verwendet ihn Goethe im Plural „Innerlichkeiten“, um die „innere Natur“ des Menschen oder einer Nation zu beschreiben. Der Singular findet sich bei ihm erst ab 1828.
Es ist Augustinus, der in seiner Schrift De vera religione („Die wahre Religion“) fordert: "Gehe nicht nach draußen, kehre in dich selbst ein; im inneren Menschen wohnt die Wahrheit.“ Damit richtet sich die Wahrheitssuche nach innen.
In meiner idealen Welt würde ich gerne in einer Kultur der Stille leben, in der es vor allem darum ginge, die eigene innere Stimme zu finden und ihr Gehör zu schenken :-)
http://de.wikipedia.org/wiki/Innerlichkeit
"Am Anfang war das Wort - aber es ist noch kein Ende abzusehen" sagt Wolfgang Eschker. Dieser Blog würdigt das Wort - vergessene Wörter, bedrohte Wörter, beseelte Wörter. Die Würdigung der Wörter umfasst auch Gedichte, Geschichten und hier und da einen Buchtipp. Der Blog wird in einer Lebensumbruchphase geschrieben und ist deshalb vor allem eines: persönlich!
Freitag, 12. September 2014
Mittwoch, 10. September 2014
Chichi
Als ich dieses großartige Wort zum ersten Mal hörte, dachte ich noch, es wäre ausgedacht und gar nicht wirklich existent im Sprachgebrauch. Doch weit gefehlt !
Es stammt aus dem Französischen und der Duden weist es als bildungssprachliches Substantiv aus mit der Bedeutung a) Getue und Gehabe und b) unnötiges Beiwerk, verspieltes Accessoires. Synonyme sind Accessoires, Aufwand, Brimborium, Putz, Rummel, Schnickschnack, Spielerei, Zubehör.
Mir wurde das mit dem Chichi folgendermaßen erklärt: Chichimachen bedeutet sich mit etwas komplett Unnötigem und Überflüssigem zu beschäftigen. Männer und Frauen machen zwar beide Chichi - "sein Chichi", "sie macht schon wieder ihr Chichi" - aber naturgemäß neigen Frauen mehr zum Chichimachen :-)
Ich kann dazu nur sagen, dass ich in den vergangenen Monaten eine ganze Menge Chichi gemacht habe :-) Aber ich bereue nichts !!!
http://www.duden.de/suchen/dudenonline/chichi
Es stammt aus dem Französischen und der Duden weist es als bildungssprachliches Substantiv aus mit der Bedeutung a) Getue und Gehabe und b) unnötiges Beiwerk, verspieltes Accessoires. Synonyme sind Accessoires, Aufwand, Brimborium, Putz, Rummel, Schnickschnack, Spielerei, Zubehör.
Mir wurde das mit dem Chichi folgendermaßen erklärt: Chichimachen bedeutet sich mit etwas komplett Unnötigem und Überflüssigem zu beschäftigen. Männer und Frauen machen zwar beide Chichi - "sein Chichi", "sie macht schon wieder ihr Chichi" - aber naturgemäß neigen Frauen mehr zum Chichimachen :-)
Ich kann dazu nur sagen, dass ich in den vergangenen Monaten eine ganze Menge Chichi gemacht habe :-) Aber ich bereue nichts !!!
http://www.duden.de/suchen/dudenonline/chichi
Montag, 8. September 2014
Zu alt ?
"Zu alt !" - das habe ich auf meiner Odyssee zurück ins geregelte Arbeitsleben immer wieder gehört ...
Es hat dazu geführt, dass ich mit meinem gefühlten Alter von Anfang 40 schlagartig auf Mitte 40 gealtert bin :-) Doch dann hatte ich die Faxen richtig dicke; ich lass' mich doch nicht von irgendwelchen Personalvermittlern älter reden als ich mich fühle !
Und überhaupt: das Alter ist total egal - solange das Gewicht stimmt ;-)
Es hat dazu geführt, dass ich mit meinem gefühlten Alter von Anfang 40 schlagartig auf Mitte 40 gealtert bin :-) Doch dann hatte ich die Faxen richtig dicke; ich lass' mich doch nicht von irgendwelchen Personalvermittlern älter reden als ich mich fühle !
Und überhaupt: das Alter ist total egal - solange das Gewicht stimmt ;-)
Samstag, 6. September 2014
Zislaweng
Zislaweng (auch Cislaweng oder Schisslaweng) wird zumeist in den Wendungen "mit Schisslaweng" und "mit einem Schisslaweng" benutzt und bedeutet umgangssprachlich mit Schwung; mit einem besonderen Kniff, Dreh.
Es handelt sich wohl um ein aus dem Französischen gebildetes Wort. Eine Deutung besagt, dass es eine Verballhornung aus „ainsi cela vint“ („so ging das vor sich“) ist, eine andere geht davon aus, dass es von c'est le vent („das ist der Wind“) herrührt. Den Ursprung fand es vermutlich im Berliner Raum mit den Glaubensflüchtlingen aus Frankreich (Hugenotten) Ende des 17. Jahrhunderts. Bis heute wird das Wort vor allem in der Berliner Mundart verwendet.
Mit dem Wort werden nicht näher definierte, visuelle Zusätze oder Ergänzungen kleinerer Art an Schriften oder Objekten bezeichnet. Diese sind nicht für das Verständnis notwendig, sollen dem Ganzen aber eine gewisse Leichtigkeit verleihen. Ähnliche Ausdrücke sind „mit dem gewissen Extra“ oder „mit Pfiff“.
Tut man etwas mit „einem Schisslaweng“, so geschieht dies mit Schwung, Leichtigkeit, Unbeschwertheit. Beispielsweise kann ein schnellgezogener Strich unter einer Unterschrift als Schisslaweng bezeichnet werden.
Und genauso habe ich am 1. August meinen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben :-)
PS: aufgrund dieser wunderbaren Tatsache poste ich "nur" noch an den geraden Tagen eines Monats ...
Es handelt sich wohl um ein aus dem Französischen gebildetes Wort. Eine Deutung besagt, dass es eine Verballhornung aus „ainsi cela vint“ („so ging das vor sich“) ist, eine andere geht davon aus, dass es von c'est le vent („das ist der Wind“) herrührt. Den Ursprung fand es vermutlich im Berliner Raum mit den Glaubensflüchtlingen aus Frankreich (Hugenotten) Ende des 17. Jahrhunderts. Bis heute wird das Wort vor allem in der Berliner Mundart verwendet.
Mit dem Wort werden nicht näher definierte, visuelle Zusätze oder Ergänzungen kleinerer Art an Schriften oder Objekten bezeichnet. Diese sind nicht für das Verständnis notwendig, sollen dem Ganzen aber eine gewisse Leichtigkeit verleihen. Ähnliche Ausdrücke sind „mit dem gewissen Extra“ oder „mit Pfiff“.
Tut man etwas mit „einem Schisslaweng“, so geschieht dies mit Schwung, Leichtigkeit, Unbeschwertheit. Beispielsweise kann ein schnellgezogener Strich unter einer Unterschrift als Schisslaweng bezeichnet werden.
Und genauso habe ich am 1. August meinen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben :-)
PS: aufgrund dieser wunderbaren Tatsache poste ich "nur" noch an den geraden Tagen eines Monats ...
Donnerstag, 4. September 2014
Die belebende Kraft der Deadlines
Calvin: Kreativität lässt sich nicht einfach aufdrehen wie ein Wasserhahn.
Man muss schon in der richtigen Stimmung sein.
Hobbes: In welcher Stimmung?
Calvin: Torschlusspanik.
(Bill Waterson: "Calvin & Hobbes")
Bislang wurden zwei grundlegende Aufschiebe-Typen identifiziert:
Der arousal procrastinator (etwa: Erregungsaufschieber) behauptet von sich, erst im letzten Moment kreativ sein zu können. Er genießt den Rausch, in den er kurz vor (oder nach) der Deadline gerät, und schwört Stein und Bein, dass er zwei Wochen früher keinen sinnvollen Gedanken hätte fassen können.
Der avoidance procrastinator (etwa: Vermeidungsaufschieber) drückt sich nicht nur vor Unangenehmem, sondern auch vor allen Aufgaben, deren Ergebnis ihm oder seiner Umgebung minderwertig erscheinen könnte. Mit dem verspäteten Arbeitsbeginn spannt er sich ein Sicherheitsnetz - für alle Fälle. "Er zieht es vor, dass die anderen glauben, es habe ihm an Anstrengung gemangelt statt an Fähigkeit", sagt Joe Ferrari. "Es wirkt weniger negativ, sich zu wenig angestrengt zu haben. Wenn die Fähigkeiten nicht ausreichen, ist es egal, wie sehr man sich bemüht - man würde es nie schaffen. So kann man sagen: Ich hätte das gekonnt - ich hatte nur zu wenig Zeit! Ich war nicht schuld."
http://www.zeit.de/zeit-wissen/2006/03/Aufschieberitis.xml
Man muss schon in der richtigen Stimmung sein.
Hobbes: In welcher Stimmung?
Calvin: Torschlusspanik.
(Bill Waterson: "Calvin & Hobbes")
Bislang wurden zwei grundlegende Aufschiebe-Typen identifiziert:
Der arousal procrastinator (etwa: Erregungsaufschieber) behauptet von sich, erst im letzten Moment kreativ sein zu können. Er genießt den Rausch, in den er kurz vor (oder nach) der Deadline gerät, und schwört Stein und Bein, dass er zwei Wochen früher keinen sinnvollen Gedanken hätte fassen können.
Der avoidance procrastinator (etwa: Vermeidungsaufschieber) drückt sich nicht nur vor Unangenehmem, sondern auch vor allen Aufgaben, deren Ergebnis ihm oder seiner Umgebung minderwertig erscheinen könnte. Mit dem verspäteten Arbeitsbeginn spannt er sich ein Sicherheitsnetz - für alle Fälle. "Er zieht es vor, dass die anderen glauben, es habe ihm an Anstrengung gemangelt statt an Fähigkeit", sagt Joe Ferrari. "Es wirkt weniger negativ, sich zu wenig angestrengt zu haben. Wenn die Fähigkeiten nicht ausreichen, ist es egal, wie sehr man sich bemüht - man würde es nie schaffen. So kann man sagen: Ich hätte das gekonnt - ich hatte nur zu wenig Zeit! Ich war nicht schuld."
http://www.zeit.de/zeit-wissen/2006/03/Aufschieberitis.xml
Dienstag, 2. September 2014
Saumseligkeit
So ähnlich wie Gott im gestrigen Post ist es mir bei der Jobsuche auch ergangen :-)
Wo ich es nun 5 Minuten vor zwölf doch noch wieder in ein geregeltes Arbeitsleben zurück geschafft habe, kann ich es ja ruhig zugeben: ich neige in einigen (wenigen !) Lebensbereichen zu Prokrastination ...
Was das ist ? Bei der Prokrastination handelt es sich um den wissenschaftlichen Fachterminus für die uns allen bekannte Aufschieberitis. D.h. es wird vermieden, sich einer als prioritär bezeichneten Aufgabe konsequent, zeitnah und relativ stressfrei zu widmen (z.B. Jobsuche). Stattdessen werden andere, weniger wichtige Dinge gemacht (z.B. Blogschreiben). Ich persönlich ziehe jedoch das bedeutend schönere Wort Saumseligkeit vor, um meine kleine Charakterschwäche wenigstens mit einem hübschen Wortgewand zu ummanteln :-)
Wikipedia sagt, dass manche Menschen persönlichkeitsbedingt zu späterer Handlungsinitiierung neigen; sie schaffen es nur mit großer Überwindung, Tätigkeiten, die als langweilig oder unangenehm empfunden werden (und deren Gewinn erst sekundär oder langfristig entsteht), in Angriff zu nehmen. Dabei sind sich die Betroffenen der ihnen durch das Verschieben entstehenden persönlichen Nachteile durchaus bewusst, was Unlust oder sogar Angst auslöst, die aber als Negativgefühle ihrerseits das In-Aktion-Treten erschweren oder gar unmöglich machen.
Ich kannte Saumseligkeit bisher vor allem aus dem Bereich der Putz- und Hausarbeiten. Dass sich die Jobsuche zu einer wahren Mount Everest-Besteigung für mich ausweiten würde, damit hatte ich nicht gerechnet :-)
Wo ich es nun 5 Minuten vor zwölf doch noch wieder in ein geregeltes Arbeitsleben zurück geschafft habe, kann ich es ja ruhig zugeben: ich neige in einigen (wenigen !) Lebensbereichen zu Prokrastination ...
Was das ist ? Bei der Prokrastination handelt es sich um den wissenschaftlichen Fachterminus für die uns allen bekannte Aufschieberitis. D.h. es wird vermieden, sich einer als prioritär bezeichneten Aufgabe konsequent, zeitnah und relativ stressfrei zu widmen (z.B. Jobsuche). Stattdessen werden andere, weniger wichtige Dinge gemacht (z.B. Blogschreiben). Ich persönlich ziehe jedoch das bedeutend schönere Wort Saumseligkeit vor, um meine kleine Charakterschwäche wenigstens mit einem hübschen Wortgewand zu ummanteln :-)
Wikipedia sagt, dass manche Menschen persönlichkeitsbedingt zu späterer Handlungsinitiierung neigen; sie schaffen es nur mit großer Überwindung, Tätigkeiten, die als langweilig oder unangenehm empfunden werden (und deren Gewinn erst sekundär oder langfristig entsteht), in Angriff zu nehmen. Dabei sind sich die Betroffenen der ihnen durch das Verschieben entstehenden persönlichen Nachteile durchaus bewusst, was Unlust oder sogar Angst auslöst, die aber als Negativgefühle ihrerseits das In-Aktion-Treten erschweren oder gar unmöglich machen.
Ich kannte Saumseligkeit bisher vor allem aus dem Bereich der Putz- und Hausarbeiten. Dass sich die Jobsuche zu einer wahren Mount Everest-Besteigung für mich ausweiten würde, damit hatte ich nicht gerechnet :-)
Montag, 1. September 2014
Zum Auftakt
Wie es wirklich war
Im Anfang schuf Gott erstmal gar nichts. "Dafür ist auch morgen noch Zeit", sprach er und strich sich zufrieden über den Bart.
Am zweiten Tag sprach Gott: "Ach, es sind noch fünf Tage übrig", und sank wieder in die Kissen.
Am dritten Tag wollte Gott schon anfangen, das Licht von der Finsternis zu scheiden, aber kaum hatte er sich auch nur einen Kaffee gekocht, war der Tag irgendwie schon vorbei.
Am vierten Tag dachte Gott ernsthaft darüber nach, jemand anderen die ganze mühsame Schöpfungsarbeit machen zu lassen. Aber es war ja noch niemand da.
Am fünften Tag hatte Gott andere Dinge zu erledigen, die viel dringender waren.
Am sechsten Tag überlegte Gott, ob es wohl möglich war, sich irgendwie aus der Affäre zu ziehen. Es fiel ihm aber nichts Rechtes ein. Schließlich war er allmächtig, was die meisten Ausreden ein bisschen unglaubhaft wirken lässt.
Am Sonntag um fünf vor zwölf schließlich schluderte Gott hastig irgendwas hin: Wasser, Erde, Tag, Nacht, Tiere, Zeugs. Dann betrachtete er sein Werk und sah, dass es so lala war. "Aber für nur fünf Minuten", sagte er, "gar nicht so schlecht!"
Kathrin Passig/Sascha Lobo "Dinge geregelt kriegen ohne einen Funken Selbstdisziplin" Rowohlt Verlag
Im Anfang schuf Gott erstmal gar nichts. "Dafür ist auch morgen noch Zeit", sprach er und strich sich zufrieden über den Bart.
Am zweiten Tag sprach Gott: "Ach, es sind noch fünf Tage übrig", und sank wieder in die Kissen.
Am dritten Tag wollte Gott schon anfangen, das Licht von der Finsternis zu scheiden, aber kaum hatte er sich auch nur einen Kaffee gekocht, war der Tag irgendwie schon vorbei.
Am vierten Tag dachte Gott ernsthaft darüber nach, jemand anderen die ganze mühsame Schöpfungsarbeit machen zu lassen. Aber es war ja noch niemand da.
Am fünften Tag hatte Gott andere Dinge zu erledigen, die viel dringender waren.
Am sechsten Tag überlegte Gott, ob es wohl möglich war, sich irgendwie aus der Affäre zu ziehen. Es fiel ihm aber nichts Rechtes ein. Schließlich war er allmächtig, was die meisten Ausreden ein bisschen unglaubhaft wirken lässt.
Am Sonntag um fünf vor zwölf schließlich schluderte Gott hastig irgendwas hin: Wasser, Erde, Tag, Nacht, Tiere, Zeugs. Dann betrachtete er sein Werk und sah, dass es so lala war. "Aber für nur fünf Minuten", sagte er, "gar nicht so schlecht!"
Kathrin Passig/Sascha Lobo "Dinge geregelt kriegen ohne einen Funken Selbstdisziplin" Rowohlt Verlag
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