Aaach, was waren das doch für herrliche Zeiten, als man noch in die Sommerfrische fuhr !
Der Ausdruck „Sommerfrische“ hat sich im 19. Jahrhundert verbreitet, heute ist er veraltet und die Sommerfrische gibt es auch nicht mehr. Im Wörterbuch der Brüder Grimm wird der Begriff definiert als „Erholungsaufenthalt der Städter auf dem
Lande zur Sommerzeit“ oder als „Landlust der Städter im Sommer“
Mit der Erschließung Europas durch die Eisenbahn war ab Mitte des
19. Jh. die Sommerfrische fester Bestandteil des Sommerlebens der
Aristokratie und des wohlhabenden Bürgertums. Man übersiedelte mit Kind und Kegel, Sack und Pack von der Stadt auf seinen Landsitz. Wer sich keinen eigenen Sommersitz leisten konnte, quartierte sich in
Gasthäusern und dann zunehmend in Privatquartieren ein. So sind
Sommerfrische und der beginnende Tourismus
eng miteinander verbunden. Das Wort Sommerfrische selbst soll dem Italienischen entstammen.
Sommerfrische - man denkt dabei an
Sonnenschirme in behandschuhten Damenhänden und Picknickkörbe, an
Lustwandeln (wie ging das denn noch gleich ?) und an Blumenkränze im Haar :-) Mit
Entstehen des modernen
Massentourismus ist das wohlklingende Wort dem
schnöden Begriff Urlaub
geopfert worden, ein Wort, das leider viel zu häufig Gedanken an
Sonnenöl, überfüllte Strände
und Animation weckt. Wer wegfahren will, ist auf keine bestimmte
Jahreszeit mehr angewiesen, irgendwo auf der Welt ist
schließlich
immer Sommer. Und mit "Frische" hat das auch nichts mehr zu tun ...
"Am Anfang war das Wort - aber es ist noch kein Ende abzusehen" sagt Wolfgang Eschker. Dieser Blog würdigt das Wort - vergessene Wörter, bedrohte Wörter, beseelte Wörter. Die Würdigung der Wörter umfasst auch Gedichte, Geschichten und hier und da einen Buchtipp. Der Blog wird in einer Lebensumbruchphase geschrieben und ist deshalb vor allem eines: persönlich!
Samstag, 7. Juni 2014
Freitag, 6. Juni 2014
Kleine Kraftpakete
Als echte "Hamburger Deern" möchte ich heute die kleinen Kraftpakete meiner Heimatstadt würdigen : die Schlepper ! Sie erscheinen klobig und schwerfällig, haben aber so viel Power im Maschinenraum, dass sie nicht nur riesige Containerpötte sicher in den Hafen ziehen, drücken und bugsieren, sondern auch präzise, wendig und wunderbar "leichtfüßig" ihr Schlepperballett zum alljährlichen Hafengeburtstag aufführen.
Hier sehen wir "Prompt", seit dem 23. November 2013 im Hamburger Hafen im Einsatz. Unser Freund hat den in Vietnam hergestellten Schlepper vor Ort abgenommen und seinen Transfer über Rotterdam nach Hamburg persönlich begleitet. Als Maschinist ist er Chef über 4200 kW. Mit 71 Tonnen Pfahlzug ist "Prompt" ein echter kleiner Kraftprotz und kann es mit jedem Goliath aufnehmen ...
Und wir warten schon ganz ungeduldig auf eine Mitfahrgelegenheit :-)
http://de.wikipedia.org/wiki/Schlepper_%28Schiffstyp%29
Hier sehen wir "Prompt", seit dem 23. November 2013 im Hamburger Hafen im Einsatz. Unser Freund hat den in Vietnam hergestellten Schlepper vor Ort abgenommen und seinen Transfer über Rotterdam nach Hamburg persönlich begleitet. Als Maschinist ist er Chef über 4200 kW. Mit 71 Tonnen Pfahlzug ist "Prompt" ein echter kleiner Kraftprotz und kann es mit jedem Goliath aufnehmen ...
Und wir warten schon ganz ungeduldig auf eine Mitfahrgelegenheit :-)
http://de.wikipedia.org/wiki/Schlepper_%28Schiffstyp%29
Donnerstag, 5. Juni 2014
Aufforderung
Das Leben ist eine Chance, nutze sie.
Das Leben ist Schönheit, bewundere sie.
Das Leben ist Seligkeit, genieße sie.
Das Leben ist ein Traum, mach daraus Wirklichkeit.
Das Leben ist eine Pflicht, erfülle sie.
Das Leben ist ein Spiel, spiele es.
Das Leben ist kostbar, geh sorgfältig damit um.
Das Leben ist Reichtum, bewahre ihn.
Das Leben ist Liebe, erfreue dich an ihr.
Das Leben ist ein Rätsel, durchdringe es.
Das Leben ist Versprechen, erfülle es.
Das Leben ist Traurigkeit, überwinde sie.
Das Leben ist eine Hymne, singe sie.
Das Leben ist eine Herausforderung, stelle dich ihr.
Das Leben ist ein Kampf, akzeptiere ihn.
Das Leben ist eine Tragödie, ringe mit ihr.
Das Leben ist eine Abenteuer, wage es.
Das Leben ist Glück, verdiene es.
Das Leben ist das Leben, bewahre es.
Das Leben ist lebenswert, lebe es.
nach Mutter Teresa
Das Leben ist Schönheit, bewundere sie.
Das Leben ist Seligkeit, genieße sie.
Das Leben ist ein Traum, mach daraus Wirklichkeit.
Das Leben ist eine Pflicht, erfülle sie.
Das Leben ist ein Spiel, spiele es.
Das Leben ist kostbar, geh sorgfältig damit um.
Das Leben ist Reichtum, bewahre ihn.
Das Leben ist Liebe, erfreue dich an ihr.
Das Leben ist ein Rätsel, durchdringe es.
Das Leben ist Versprechen, erfülle es.
Das Leben ist Traurigkeit, überwinde sie.
Das Leben ist eine Hymne, singe sie.
Das Leben ist eine Herausforderung, stelle dich ihr.
Das Leben ist ein Kampf, akzeptiere ihn.
Das Leben ist eine Tragödie, ringe mit ihr.
Das Leben ist eine Abenteuer, wage es.
Das Leben ist Glück, verdiene es.
Das Leben ist das Leben, bewahre es.
Das Leben ist lebenswert, lebe es.
nach Mutter Teresa
Mittwoch, 4. Juni 2014
Pustekuchen
Und immer wieder: Pustekuchen! Was zunächst nach einem leckeren Kuchen für lustige Kindergeburtstage klingt - und auch so vermarktet wird, wie man links sieht - ist in Wirklichkeit eher eine traurige Redewendung.
Der Ausruf Pustekuchen! bedeutet so viel wie "von wegen". Man drückt damit je nach Zusammenhang aus, dass jemand etwas nicht bekommt, was er gerne hätte, oder mit seiner Meinung falschliegt.
Nach einer Theorie stammt der Begriff aus dem Jiddischen, wo die Redewendung "Ja cochem, aber nicht lamdon" verwendet wird. Je nachdem, ob es freundlich oder weniger freundlich gemeint ist, ist es mit "Zwar gerissen, aber kein Gelehrter" oder "Schlau, aber nicht schlau genug" übersetzbar. Im frühen 19. Jahrhundert war es in Berlin üblich, die abgewandelte, eingedeutschte Form "Ja Kuchen, nicht London" zu verwenden, womit man "Das ist ja Quatsch" oder "Ich bin anderer Meinung" meinte. Aus cochem war Kuchen und aus lamdon war London geworden; später benutzte man nur noch die Kurzversion Kuchen. Diese wurde im Laufe der Zeit mit Puste kombiniert, um Ablehnung auszudrücken, wodurch der heute gebräuchliche Pustekuchen entstand, der sich als ein Kuchen aus „Puste“ (heißer Luft) verstehen ließ und so den ursprünglichen Sinn weitertrug.
Nach einer anderen Theorie benutzte Goethe den Ausdruck, um seinen Widersacher Johann Friedrich Wilhelm Pustkuchen lächerlich zu machen. Des besseren Klanges wegen fügte er ein Binde-e ein.
Wie auch immer - wenn es immer wieder nur Pustekuchen gibt - also gerade das Gegenteil eintritt von dem, was man sich vorgestellt oder gewünscht hat, wenn einem immer wieder etwas "gepustet" oder "gehustet" wird, dann kann einen schon mal das graue Gefühl überkommen ...:-)
http://de.wikipedia.org/wiki/Pustekuchen
Der Ausruf Pustekuchen! bedeutet so viel wie "von wegen". Man drückt damit je nach Zusammenhang aus, dass jemand etwas nicht bekommt, was er gerne hätte, oder mit seiner Meinung falschliegt.
Nach einer Theorie stammt der Begriff aus dem Jiddischen, wo die Redewendung "Ja cochem, aber nicht lamdon" verwendet wird. Je nachdem, ob es freundlich oder weniger freundlich gemeint ist, ist es mit "Zwar gerissen, aber kein Gelehrter" oder "Schlau, aber nicht schlau genug" übersetzbar. Im frühen 19. Jahrhundert war es in Berlin üblich, die abgewandelte, eingedeutschte Form "Ja Kuchen, nicht London" zu verwenden, womit man "Das ist ja Quatsch" oder "Ich bin anderer Meinung" meinte. Aus cochem war Kuchen und aus lamdon war London geworden; später benutzte man nur noch die Kurzversion Kuchen. Diese wurde im Laufe der Zeit mit Puste kombiniert, um Ablehnung auszudrücken, wodurch der heute gebräuchliche Pustekuchen entstand, der sich als ein Kuchen aus „Puste“ (heißer Luft) verstehen ließ und so den ursprünglichen Sinn weitertrug.
Nach einer anderen Theorie benutzte Goethe den Ausdruck, um seinen Widersacher Johann Friedrich Wilhelm Pustkuchen lächerlich zu machen. Des besseren Klanges wegen fügte er ein Binde-e ein.
Wie auch immer - wenn es immer wieder nur Pustekuchen gibt - also gerade das Gegenteil eintritt von dem, was man sich vorgestellt oder gewünscht hat, wenn einem immer wieder etwas "gepustet" oder "gehustet" wird, dann kann einen schon mal das graue Gefühl überkommen ...:-)
http://de.wikipedia.org/wiki/Pustekuchen
Dienstag, 3. Juni 2014
Kleine Fabel
»Ach«, sagte die Maus, »die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.«
– »Du musst nur die Laufrichtung ändern«, sagte die Katze und fraß sie.
Franz Kafka, der heute vor 90 Jahren verstorben ist.
Das Leben des jüdischen Prager Versicherungsbeamten und Schriftstellers Dr. Franz Kafka dauerte 40 Jahre und 11 Monate. Davon entfielen auf die Schul- und Universitätsausbildung 16 Jahre und 6 1/2 Monate, auf die berufliche Tätigkeit 14 Jahre und 8 1/2 Monate. Im Alter von 39 Jahren wurde Franz Kafka pensioniert. Er starb an Kehlkopftuberkulose in einem Sanatorium in der Nähe von Wien.
Abgesehen von Aufenthalten im Deutschen Reich - überwiegend Wochenendreisen -, verbrachte Kafka etwa 45 Tage im Ausland. Er erlebte Berlin, München, Zürich, Paris, Mailand, Venedig, Verona, Wien und Budapest. Insgesamt dreimal sah er das Meer: Nordsee, Ostsee und italienische Adria. Außerdem wurde er Zeuge eines Weltkrieges.
Franz Kafka blieb unverheiratet. Er war dreimal verlobt: zweimal mit der Berliner Angestellten Felice Bauer, einmal mit der Prager Sekretärin Julie Wohryzek.
Mit vermutlich weiteren 4 Frauen hatte er Liebesbeziehungen, außerdem sexuelle Kontakte zu Prostituierten. Knapp sechs Monate seines Lebens verbrachte er mit einer Frau in gemeinsamer Wohnung. Er hatte keine Nachkommen.
Reiner Stach "Kafka - Die Jahre der Entscheidungen"
– »Du musst nur die Laufrichtung ändern«, sagte die Katze und fraß sie.
Franz Kafka, der heute vor 90 Jahren verstorben ist.
Das Leben des jüdischen Prager Versicherungsbeamten und Schriftstellers Dr. Franz Kafka dauerte 40 Jahre und 11 Monate. Davon entfielen auf die Schul- und Universitätsausbildung 16 Jahre und 6 1/2 Monate, auf die berufliche Tätigkeit 14 Jahre und 8 1/2 Monate. Im Alter von 39 Jahren wurde Franz Kafka pensioniert. Er starb an Kehlkopftuberkulose in einem Sanatorium in der Nähe von Wien.
Abgesehen von Aufenthalten im Deutschen Reich - überwiegend Wochenendreisen -, verbrachte Kafka etwa 45 Tage im Ausland. Er erlebte Berlin, München, Zürich, Paris, Mailand, Venedig, Verona, Wien und Budapest. Insgesamt dreimal sah er das Meer: Nordsee, Ostsee und italienische Adria. Außerdem wurde er Zeuge eines Weltkrieges.
Franz Kafka blieb unverheiratet. Er war dreimal verlobt: zweimal mit der Berliner Angestellten Felice Bauer, einmal mit der Prager Sekretärin Julie Wohryzek.
Mit vermutlich weiteren 4 Frauen hatte er Liebesbeziehungen, außerdem sexuelle Kontakte zu Prostituierten. Knapp sechs Monate seines Lebens verbrachte er mit einer Frau in gemeinsamer Wohnung. Er hatte keine Nachkommen.
Reiner Stach "Kafka - Die Jahre der Entscheidungen"
Montag, 2. Juni 2014
Gütigkeit
Ein wenig Güte und Sanftmut sich selbst gegenüber ist eine weisere und geschicktere Antwort, wenn man ein Gefühl der Bedrohung hat, als ein großer Aufwand an analytischem Problemlösungsdenken.
Unter Güte (von gut, mhd. Güete, ahd. guoti, früher auch Herzensgüte) versteht man eine freundliche, wohlwollende und nachsichtige Einstellung gegenüber Anderen. Elemente von Güte sind Gutes tun, Gnade üben, Wohlwollen und Barmherzigkeit. Als Gegenteil von Güte bzw. Herzensgüte werden Strenge oder Unnachgiebigkeit angesehen.
Albert Schweitzer führt in seinem Buch "Die Lehre der Ehrfurcht vor dem Leben" aus, dass in der Gütigkeit vorankomme, wer den Mut habe, sich selber zu beurteilen und zu richten, darum zu ringen, wahrhaft friedfertig zu werden: „Rechtes Denken lässt das Herz mitreden. Stetige Gütigkeit vermag viel. Wie die Sonne das Eis zum Schmelzen bringt, bringt sie Missverständnisse, Misstrauen und Feindseligkeit zum Schwinden. Was ein Mensch an Gütigkeit in die Welt hinausgibt, arbeitet an den Herzen und an dem Denken der Menschen."
http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCte
Sonntag, 1. Juni 2014
Sonntagsherz
An mein Herz am Sonntag
Ich danke dir, mein Herz,
dass du nicht säumst, dass du dich regst
ohne Entgelt und ohne Lob,
aus angeborenem Fleiß.
Siebzig Verdienste hast du in der Minute.
Jede deiner Muskelbewegungen
ist wie das Auslaufen des Bootes
aufs offene Meer
zur Fahrt um die Welt.
Ich danke, dir meine Herz,
dass du mich ab und zu
herausnimmst aus der Ganzheit,
einzeln selbst im Traum.
Du sorgst dafür, dass ich mich träumend
nicht ganz und gar verliere
in einem Flug,
der keine Flügel braucht.
Ich danke dir, meine Herz,
dass ich wieder erwacht bin -
und obwohl es Sonntag ist,
ein Tag der Ruhe,
hält der rege Betrieb unter den Rippen an
wie sonst an den Wochentagen.
Wislawa Szymborska;
der polnischen Lyrikerin wurde 1996 der Nobelpreis für Literatur verliehen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wis%C5%82awa_Szymborska
Ich danke dir, mein Herz,
dass du nicht säumst, dass du dich regst
ohne Entgelt und ohne Lob,
aus angeborenem Fleiß.
Siebzig Verdienste hast du in der Minute.
Jede deiner Muskelbewegungen
ist wie das Auslaufen des Bootes
aufs offene Meer
zur Fahrt um die Welt.
Ich danke, dir meine Herz,
dass du mich ab und zu
herausnimmst aus der Ganzheit,
einzeln selbst im Traum.
Du sorgst dafür, dass ich mich träumend
nicht ganz und gar verliere
in einem Flug,
der keine Flügel braucht.
Ich danke dir, meine Herz,
dass ich wieder erwacht bin -
und obwohl es Sonntag ist,
ein Tag der Ruhe,
hält der rege Betrieb unter den Rippen an
wie sonst an den Wochentagen.
Wislawa Szymborska;
der polnischen Lyrikerin wurde 1996 der Nobelpreis für Literatur verliehen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wis%C5%82awa_Szymborska
Abonnieren
Posts (Atom)

